Welche Bestattungsarten sind möglich?

Es wird zwischen Feuer- und Erdbestattung unterschieden.

Erdbestattung
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam ca. 7 bis 10 Tage nach Eintritt des Todes auf einem städtischen oder kirchlichen Friedhof in einem Sarg beigesetzt.

Feuerbestattung
Die Feuerbestattung ist die Einäscherung eines Verstorbenen. Die Asche wird nach der Einäscherung, auch Kremierung genannt, in einer Urne aufbewahrt und anschließend begraben.

  • Urnengrab auf dem Friedhof (anonym, halbanonym oder im Familiengrab)
  • Baumgrab im Wald (Friedwald oder Ruhe Forst)
  • Seebestattung (Nord- oder Ostsee)

Welche Formulare benötigt der Bestatter?

Für die Beantragung der Sterbeurkunde benötigt der Bestatter die Totenscheine (dreifache Ausführung – blau, gelb und rot) und das letzte aktuelle Standes-dokument. Das bedeutet bei:

Ledig – Geburtsurkunde
Verheiratet – Heiratsurkunde
Geschieden – Heiratsurkunde – Scheidungsurteil
Verwitwet – Heiratsurkunde – Sterbeurkunde des Partners

Der Tod muss bei dem zuständigen Standesamt der Stadt angemeldet werden, wo der Tod eingetreten ist. Wenn der Verstorbene nicht in dem zuständigen Bereich gemeldet ist, muss eine Meldebescheinigung besorgt werden. Dann ist der Personalausweis als erstes Identifikationspapier wichtig.
Zur Beantragung der Sterbeurkunde gehört immer eine Sterbefallanzeige. Diese bereitet der Bestatter vor.

Kann ich die Asche im Ausland beisetzen?

Das können Sie. Klären Sie vorher mit der Botschaft des jeweiligen Landes ab, was und wie das möglich ist. Vom Krematorium bekommen Sie eine Zollerklärung, diese müssen Sie an der Grenze oder im Flughafen vorzeigen. Im Flugzeug wird die Aschenkapsel im Handgepäck mitgenommen.

Was kann ich bei einer Bestattung selber machen?

Sie können bis auf die Überführung (der Verstorbene darf nur in einem Bestattungsfahrzeug überführt werden) alles selber machen. D.h. den Verstorbenen waschen, anziehen und in den Sarg legen, die Traueranzeige aufgeben, die Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen, Trauerkarten entwerfen und drucken, alle Termine organisieren, die Trauerfeier gestalten und aufbauen und vieles mehr.

Was kostet eine Bestattung?

Die Höhe der Bestattungskosten ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, die Sie bei uns Ihren Wünschen entsprechend zusammenstellen können. Soll eine Aufbahrung und/oder eine Trauerfeier durchgeführt, eine Anzeige geschaltet und/oder Trauerkarten verschickt werden? Welcher Sarg, welche Urne entspricht Ihren Vorstellungen?

Gibt es noch Sterbegeld?

Zum 1. Januar 2004 wurde das Sterbegeld aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Heute müssen im Trauerfall die Angehörigen alleine für die anfallenden Kosten aufkommen.

Was ist eine "Sozialbestattung"?

Das Amt für soziale Dienste (ehemaliges Sozialamt) finanziert eine Bestattung allenfalls vor. Es übernimmt die Bestattungskosten nur, wenn der bestattungs-pflichtige Angehörige (Totenfürsorge) Bedürftigkeit nachweisen kann (oder keine Angehörigen zu ermitteln sind). Normalerweise muss die Zusage der Kosten-übernahme durch das Sozialamt vor der Bestattung vorliegen.

Was bedeutet gesetzliche Mindestruhefrist einer Grabstelle?

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestruhefrist für Särge und Urnen von 20 bis 25 Jahren vor.

Nach der Friedhofsordnung für die stadteigenen Friedhöfe in Bremen vom 18. 12. 1990 (GBI. S. 476) betragen die Ruhefristen in Bremen:

§ 4 Ruhefristen

(1) Die Ruhefrist für Aschen beträgt 20 Jahre.
(2) Die Ruhefrist für Leichen beträgt 25 Jahre, bei Verstorbenen unter zehn Jahren 15 Jahre und bei Verstorbenen unter drei Jahren 10 Jahre.

Der Käufer einer Grabstelle erwirbt das so genannte Nutzungsrecht an einer Grabstelle. Er ist somit für die Dauer der Laufzeit der Nutzungsberechtigte. Er entscheidet über weitere Beisetzungen in diese Grabstelle und die Bepflanzung.

Kann das Nutzungsrecht übertragen werden?

Ja, durch Umschreibung beim Friedhofsamt. In diesem Fall tritt man allerdings auch die Entscheidungs-befugnis ab. Je nach Art der erworbenen Grabstätte kann das Nutzungsrecht jederzeit über eine Ruhefrist hinaus verlängert werden.

Was bedeutet "Überführung"?

Unabhängig davon, wo ein Mensch verstorben ist (zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim etc.), muss er an einen Ort überführt werden, wo er bis zur Bestattung verbleiben kann. Zusätzlich muss der Verstorbene vom Ort der Aufbahrung zum Bestattungsort befördert werden. Überführungen dürfen grundsätzlich nur in einem amtlich zugelassenen Bestattungsfahrzeug erfolgen.

Was bedeutet Bestattungszwang?

In der Bundesrepublik besteht Bestattungszwang, der in den Bundesländern durch Gesetze und Verord-nungen geregelt ist. Dem Bestattungszwang unterliegen alle menschlichen Verstorbenen und Totgeburten (mindestens 500 Gramm). Dem Bestat-tungszwang entspricht der Beisetzungszwang für Aschereste. Über die Schweiz und die Niederlande kann in Ausnahmefällen die Aschenkapsel an die Angehörigen ausgehändigt werden.
Seit dem 01.01.2015 kann die Asche in Bremen auf dafür vorgesehenen Plätzen und Privatgrundstücken ausgestreut werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Verstorbene in Bremen gemeldet war, zu Lebzeiten schriflich sein Einverständnis erklärt, einen Ort zum Ausstreuen gewählt und einen “Totenfürsorger” bestimmt hat. Die Asche kann dann vom Bestatter an den Totenfürsorger übergeben werden. Dieser muss die Asche umgehend ausstreuen und dieses innerhalb 14 Tagen nach Übergabe der Asche eidesstattlich versichern.

Kann man die Musik bei der Trauerfeier selbst bestimmen?

Ja! Vom Abspielen einer CD bis zur Beauftragung verschiedener Musiker/Sänger besteht auch hier eine individuelle Gestaltungsmöglichkeit. Bei einer kirchlichen Trauerfeier muss die Musik mit dem Pastor abgesprochen werden. Schön und tragend ist es immer wieder, wenn bei der Beisetzung an der Grabstelle (Live-)Musik gespielt wird.

Bis wann muss eine Traueranzeige aufgegeben werden.

Sie muss einen Tag vor Erscheinen bis 12 Uhr aufgegeben werden.
In Bremen erscheinen die meisten Traueranzeigen Mittwoch und Samstag.

Was ist eine Leichenschau?

Die Leichenschau dient in erster Linie der sicheren Feststellung des Todes. Dieses ist nicht nur im individuellen Interesse des Verstorbenen begründet, sondern auch ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und überdies wichtig für die Todesursachenstatistik, Epidemiologie und für das Gesundheitswesen.

Was sind sichere Todeszeichen?

Totenflecke (Livores) sind das erste und am frühesten auftretende sichere Todeszeichen. Dem folgt (ca. 3-4 Std. nach Todeseintritt) die Totenstarre (Rigor mortis). Ein weiteres Anzeichen ist die Abkühlung des Leichnams. Nach Eintritt des Todes gleicht sich die Körper(kern)temperatur der Umgebungstemperatur an (die Abkühlungsgeschwindigkeit hängt dabei von zahlreichen individuellen Faktoren ab).

Darf ein Verstorbener zu Hause aufgebahrt werden?

Ja, selbst wenn der Tod in einem Krankenhaus oder Seniorenheim eingetreten ist, kann von uns eine Überführung nach Hause durchgeführt werden.
Der Verstorbene darf bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes zu Hause aufgebahrt werden.

Was ist ein Krematorium?

Ein Krematorium ist eine öffentliche oder privat genehmigte Einrichtung zur Einäscherung (Kremierung) eines Verstorbenen. Nach den neuesten Einäscherungsmethoden wird der Leichnam in einem Holzsarg in speziellen Verbrennungsöfen eingeäschert. Um die Rauch- und Schadstoffbelastung auf ein Minimum zu beschränken, werden die Temperaturen zwischen ca. 600° C und 800° C gehalten. Beim Verbrennen des Sarges und Leichnams können die Ofentemperaturen bis auf rd. 1370° C ansteigen.

Kann ohne Sarg eine Einäscherung erfolgen?

Nein. Generell muss immer mit einem Sarg eingeäschert werden.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Feuerbestattung erfüllt sein?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartefrist von 48 Stunden nach dem Ableben ist einzuhalten. Es muss eine Willenserklärung zur Feuerbestattung vorliegen. Eine Sterbeurkunde, ausgestellt durch das Standesamt, sowie die Todesbescheinigung, ausgefüllt von dem Arzt, der den Tod festgestellt hat, sind weitere notwendige Unterlagen.
Bei einem natürlichem Tod findet eine zweite Leichenschau durch einen Amtsarzt oder Gerichtsmediziner statt. Dieser Arzt untersucht den Verstorbenen auf Spuren von Gewalteinwirkung und prüft die Eintragungen in der Todesbescheinigung auf Schlüssigkeit mit den Zeichen (Totenflecken usw.) am Verstorbenen.

Wie wird sichergestellt, dass sich wirklich die richtige Asche in der Urne befindet?

Um die Asche später zweifelsfrei zuordnen zu können, wird ein durch die Hitze im Ofen unzerstörbares Schamottesteinchen auf den Sarg gelegt. In den Stein sind die Einäscherungsnummer und der Name der einäschernden Feuerbestattungsanlage geprägt. Er geht mit dem Sarg durch den Ofen und verbleibt hinterher in der Asche.

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